Konzept der Fliednerschule zur lernförderlichen Verknüpfung

von Präsenz- und Distanzunterricht

(Oktober 2020/Stand Januar 2021)

 

 

1. Unsere Leitgedanken

Das nachfolgende Konzept der Fliednerschule zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht dient als Grundlage für die Umstellung vom Präsenzlernen auf das Distanzlernen im Falle eines Lockdowns oder einer angeordneten Quarantäne.              

 

Damit soll sichergestellt werden, dass der Unterricht für einzelne Klassen entsprechend der technischen, personellen und organisatorischen Gegebenheiten weitergeführt werden kann. Die rechtlichen Grundlagen bzw. Vorgaben sind der Handreichung (MSB NRW) sowie des Orientierungsrahmens zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht der Bezirksregierung Münster und der Zweiten Verordnung zur befristeten Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen gemäß § 52 Schulgesetz (Erlass zum Distanzunterricht) zu entnehmen.

 

Im folgenden Konzept steht die Umsetzung an der Fliednerschule unter Berücksichtigung der konkreten schulischen Gegebenheiten und Voraussetzungen im Fokus. 

Unser Ziel ist es, entsprechend unserem Schulmotto “Einander achten, miteinander lernen“ durch gemeinsam erarbeitete Leitlinien für Schüler, Lehrer und Eltern Transparenz, aber auch Verbindlichkeit zu schaffen. Dabei steht für das Lehrerkollegium der Fliednerschule im Vordergrund, guten Unterricht im Distanzunterricht im Rahmen des zur Zeit technisch Umsetzbaren zu gewährleisten.

 

Folgende sechs Impulse für das Lernen auf Distanz

1. So viel Empathie und Beziehungsarbeit wie möglich, so viel Tools und Apps wie nötig. 

2. So viel Vertrauen und Freiheit wie möglich, so viel Kontrolle und Struktur wie nötig. 

3. So viel einfache Technik wie möglich, so viel neue Technik wie nötig. 

4. So viel asynchrone Kommunikation wie möglich, so viel synchrone wie nötig. 

5. So viel offene Projektarbeit wie möglich, so viele kleinschrittige Übungen wie nötig. 

6. So viel Peer-Feedback wie möglich, so viel Feedback von Lehrenden wie nötig. 

(vgl. Axel Krommer, Philippe Wampfler, Wanda Klee, zitiert in den Handreichungen zur lernförderlichen Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht , S. 15))

sind auch Grundlage unserer Arbeit.

 

Dieses Konzept unterliegt der ständigen Evaluation, da es an die gesetzlichen Vorgaben jederzeit angepasst werden muss und die (individuelle) technische Ausstattung sich jederzeit ändern kann.

 

 

2. Ausgangslage der Schule

Aspekte

 

Unterrichtsentwicklung

Aktuell stellen wir den Schüler*innen Lernmaterial vornehmlich in konkreter Form bereit: Schulbücher, Arbeitshefte, Arbeitsblätter,… . Einige Kolleginnen bieten den Kindern auch die Arbeit mit digitalen Medien an und nutzen IServ für die Unterrichtsarbeit (E-Mail, Dateiablage, …).

 

Wir unterstützen die Arbeit mit neuen Medien durch gezielte Lehrerfortbildungsmaßnahmen und durch die Bereitstellung der Technik: WLAN, Beamer, Dokumentenkamera etc. für alle Klassen; Laptopwagen, Ipads, … für die Kinder. Darüber hinaus wird die Software bereitgestellt (IServ, Lernprogramme). Zwei Klassen sind bereits ausgestattet, weitere Installationen sind beim Schulträger beantragt und zugesagt. Im Zuge des 1. Lockdowns wurden Eltern über die Nutzungsbedingungen von IServ informiert. Seither nutzen wir IServ u.a. für Elterninformationen.

 

Für das Lernen auf Distanz können wir folgende Lernmittel/ Programme nutzen:. IServ, Anton, Antolin, Mathepirat, Padlet…

 

Unter aktuellen Bedingungen können wir die Schüler*innen unterstützen, indem wir die o.g. Programme einführen und die Arbeit damit trainieren (sofern noch nicht erfolgt). Gern stellen wir Leihgeräte zur Verfügung. Diese stehen uns seit dem 2. Lockdown (Januar 2021) zur Verfügung. Nach einem Aufklärungsgespräch und Leihvertragsunterzeichnung können die Schüler*innen Tablets zuhause nutzen. Je nach Kenntnisstand und häuslicher Situation können Schüler*innen im Rahmen der Notbetreuung in einer gesonderten Gruppe in der Schule im Umgang mit der Technik vertraut gemacht werden. Falls zuhause kein WLan zur Verfügung steht, werden Kinder zudem mit konkreten Material versorgt werden müssen.

 

Laut Abfrage fehlt 15 Kindern die Grundvoraussetzung für die digitale Arbeit auf Distanz (PC, Ipad, o.ä. sind nicht vorhanden), ein großer Anteil an Schüler*innen hat keinen funktionieren Drucker. 

Organisationsentwicklung

Zur Zeit arbeiten alle zur Verfügung stehenden Kolleginnen der Fliednerschule im Präsenzunterricht. 

Die beiden Klassenlehrer*innen der jeweiligen Klassenstufen bilden für ihre Jahrgangsstufe ein Team. In diesem Team bereiten sie parallel den Unterricht für jeweils beide Klassen vor.

Unterstützt werden sie von der Sonderpädagogin, der Schulsozialarbeiterin und den DaZ-Lehrerinnen, abhängig vom jeweiligen Förderbedarf der Schüler der einzelnen Klassen.

Die Jahrgangsteams stellen die Unterrichtsinhalte für den Distanzunterricht für die Schüler zusammen. Dabei erfolgt dies differenziert nach Leistungsstand der Schüler. 

Die Medienkoordinatorin kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem IT-Beauftragten der Stadt Stadtlohn, um evtl. Rückfragen bei der genutzten Schulplattform IServ sowie die Verwaltung der zur Verfügung stehenden Leihgeräte.

Über IServ werden die Schüler*innen in den Klassengruppen über die jeweiligen Aufgaben und Unterrichtseinheiten, Videokonferenzen etc. informiert. 

Über die Homepage werden die Eltern ebenso von der Schulleitung über einen Wechsel zum Distanzunterricht, z.B. in einer Quarantänesituation oder eines Lockdowns , informiert.

Dies erfolgt in der Regel über einen Elternbrief, der auf der Homepage veröffentlicht und über IServ verteilt wird.

Personalentwicklung

 

Zur Zeit stehen alle verfügbaren Lehrkräfte für den Präsenzunterricht zur Verfügung. Ab dem 01.02.21 ist eine Kollegin, Sonderpädagogin, aus gesundheitlichen Gründen vom Präsenzunterricht befreit. Sie unterstützt unsere Sonderpädagogin bei der Organisation des Distanzunterrichts für Schüler*innen mit sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf bzw. Schüler*innen im gemeinsamen Lernen. Eine Kollegin ist mit 14 Stunden abgeordnet. Eine weitere Kollegin ist langfristig erkrankt.  

Seit Anfang Mai 2020 arbeitet die Fliednerschule mit der Schulplattform Iserv. Seit dem 01.10.2020 steht uns IServ vollständig zur Verfügung. Durch eigene Kurzschulungen der Medienbeauftragten sowie einer unterstützenden Kollegin wurden erste Erfahrungen mit IServ im Frühjahr gemacht. In einer Ganztagskonferenz am 30.09.2020 wurden einige Tools ausprobiert und z.T. auch schon mit einzelnen Klassen erprobt, wie Austausch mit der Klassenlehrerin per Klassenchat. 

Alle Eltern wurden durch Elternbriefe über die Einrichtung von IServ informiert.

Der Kenntnisstand der Schüler im Umgang mit IServ und den Möglichkeiten, die das System bietet variiert vom Alter und Ausstattung der Klasse. Entsprechend unterscheiden sich die Konzepte für den Distanzunterricht in den Jahrgangsstufen. (vgl. Anhang)

Technologieentwicklung

Die Lehrkräfte der Fliednerschule verfügen in der Regel über die technischen Voraussetzungen, um von zuhause Lernen auf Distanz anbieten zu können. Dazu gehören ein Breitband-Internetanschluss, PC, Laptop oder Tablet. Einige Lehrkräfte bevorzugen die Arbeit von der Schule aus. Darüber hinaus erhalten die Lehrkräfte in absehbarer Zeit ein eigenes DienstTablet. Eine erste Einführung in die Arbeit mit Ipads erhielten die Lehrkräfte an einem Fortbildungstag im September vom Medienkompetenzteam Kreis Borken.

 

 

3. Umsetzung

Aspekte

 

In Kontakt bleiben

 

Im Falle einer coronabedingten Teil- oder Vollschließung hat sich das Kollegium der Fliednerschule auf folgende Leitlinien geeinigt, um mit den Schüler*innen und Eltern in Kontakt zu treten:

·      jedes Kind wird nach Möglichkeit in regelmäßigen Abständen von der Klassenlehrerin angerufen.

·      Telefonische Erreichbarkeit der Lehrerinnen:

1. Jahrgang: 8.00 - 9.00 Uhr

2. Jahrgang: 9.00 – 10.00 Uhr

3. Jahrgang: 10.00 – 11.00 Uhr

4. Jahrgang: 11.00 – 12.00 Uhr

(sowie nach Vereinbarung)

·      Bei Bedarf stattfindenden Videokonferenzen gelten folgende Wochentage:

1. Jahrgang: montags

2. Jahrgang: dienstags

3. Jahrgang: mittwochs

4. Jahrgang: donnerstags

(sowie nach Vereinbarung)

·      Generelle Erreichbarkeit der Kolleginnen erfolgt per E-Mail über IServ. Jede Kollegin antwortet innerhalb eines Werktages.

·      Telefonisch in sehr dringenden Fällen: 8.00 – 17.00 Uhr

·      Erreichbarkeit des Schulbüros: 7.30 – 11.00 Uhr

·      Erreichbarkeit der Schulleitung: über das Schulbüro und über die E-Mail-Adresse der Schule: fliednerschule@stadtlohn.de

sowie über IServ: 

monika.schnellenbach@stadtlohn-flie.de

·      Bei Präsenzunterricht werden die Schüler, die aus Krankheitsgründen zuhause bleiben müssen, nach Absprache mit der Klassenlehrerin mit Unterrichtsmaterial versorgt.

Weitere Absprachen können den Konzepten der Jahrgangsstufen entnommen werden. Diese werden regelmäßig evaluiert und der Situation angepasst. Hierüber werden die Eltern von den Jahrgangsteams umfassend informiert.

 

 

Lernprozesse gestalten

 

Die Jahrgangsteams erarbeiten jeweils für ihre Klassen ein eigenes Konzept zur Verknüpfung von Präsenz-und Distanzunterricht. Diese Konzepte sind im Anhang zu finden.

Die Konzepte entsprechen jeweils den Kompetenzen der Schüler*innen der einzelnen Jahrgangsstufen. 

Diese unterscheiden sich nach Alter, Fähigkeiten und digitalen Voraussetzungen der Schüler im häuslichen Bereich.

Das Kollegium der Fliednerschule führt die Schüler*innen weiterhin sukzessiv an die Nutzung von Apps  und digitalen Aufgabenformate sowie die Nutzung von Videokonferenzen als Bestandteil des Unterrichts heran. 

Dabei kann es im Einzelnen auch zu einem unterschiedlichen Stand der Klassen in einem Jahrgang kommen.

Bekannte und eingeführte Aufgabenformate wie Tages- und Wochenpläne werden weiterhin auch für den Distanzunterricht genutzt.

Kinder mit Unterstützungsbedarf erhalten angepasste, differenzierte Aufgabenformate. Hierbei unterstützt den Lernprozess die Sonderpädagogin, ggf. die Schulsozialarbeiterin.

Schüler in der Erstförderung DaZ erhalten ebenso Lernangebote für den Distanzunterricht entsprechend den Vorkenntnissen in digitaler oder analoger Form. 

Im Präsenzunterricht werden immer wieder digitale Aufgabenformate genutzt sowie der Umgang mit IServ eingeübt, um auf einen evtl. Distanzunterricht vorzubereiten. Dies geschieht, wie bereits erwähnt, jeweils unter Berücksichtigung des Alters und Kenntnisstandes der Schüler*innen sowie der technischen Ausstattung der Klassenräume. Ebenso wird bei der Planung beachtet, welche Endgeräte den Kindern zur Verfügung stehen (vgl. Abfrage )

 

 

 

 

 

Struktur geben

 

Dieses Konzept wird den Eltern mit seinen rechtlichen Rahmenbedingungen in Form von  Elternbriefen transparent gemacht, nachdem es durch den Eilausschuss genehmigt worden ist, der die Schulpflegschaft und Schulkonferenz vertritt. Fragen der Eltern können in Gesprächen mit den Klassenlehrerinnen geklärt werden. 

Elternbriefe werden über IServ sowie ggf. in gedruckter Form verteilt.

Eine Wochenstruktur als Plan mit Lernzeiten für das selbstständige Lernen und mit Zeiten für eine telefonische Erreichbarkeit sowie Videokonferenzen wird den Kindern bereitgestellt. 

Dies wird in den jeweiligen Jahrgangskonzepten erläutert sowie unter dem Punkt: In Kontakt bleiben

 

 

Lernprozesse begleiten

 

In der Regel erhalten die Schülerinnen und Schüler der Fliednerschule ein Feedback durch individuelle Rückmeldungen der Klassenlehrerinnen. Diese werden u.a. im Rahmen von Videokonferenzen, Telefonkonferenzen oder als schriftliche Kommentare per E-Mail gegeben werden. (vgl. Konzepte der Jahrgangsstufen). Feedback ist zudem über die Mitschüler, z.B. bei einer Autorenrunde möglich.

Die Leistungsbewertung findet in Gesprächen, während der Videokonferenzen sowie individuell über den Lernweg der Schüler*innen statt. 

Schriftliche Leistungsüberprüfungen erfolgen nach Möglichkeit in der Präsenzzeit.