Konzept zum Kooperativen Lernen

1. Definition Kooperatives Lernen

Unter dem Kooperativen Lernen versteht man ein Angebot von Unterricht- und Lernstrategien zum Erwerb von fachlichen, persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen (vgl. Bochmann/Kirchmann 2006, S. 13).

Grundlagen Kooperativen Lernens bilden Einzelarbeit, Lerngespräche, gut organisierte Teamarbeit und demokratisch orientierte Sozialbeziehungen. Dabei steht die Eigenaktivität der Lernenden im Vordergrund (vgl. Green 2005, S. 32ff.). Primäres Ziel des Kooperativen Lernens ist das Vermitteln von Fachwissen mit dem Erlernen von sozialen Kompetenzen und der Gestaltung sozialer Beziehungen zu vereinen. Daher sind Kommunikation, Kooperation und Sozialverhalten relevante Schlüsselbegriffe.

 

2. Kooperatives Lernen an der Fliednerschule

Uns als Team der Fliednerschule ist daran gelegen, neue didaktische sowie wissenschaftlich fundierte Konzepte einfließen zu lassen, um das Lernen in unterschiedlichen Unterrichtssituationen positiv zu beeinflussen.

Nach diversen Fortbildungsmaßnahmen zum Kooperativen Lernen und einer Erprobungsphase haben wir uns auf acht Methoden geeinigt. Diese sind verbindlich einzuführen und verteilt auf die Jahrgänge 1 bis 4 festgelegt.

 

2.1 Unsere Methoden

Doppelkreis:

Die Schülerinnen und Schüler bilden einen Innen- und Außenkreis. Dabei besteht ein Team jeweils aus einem Kind des Innen- und des Außenkreises. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren Partnern gegenüber in freier Rede zu einem Thema erzählen bzw. berichten (z.B. Wochenenderlebnis).

Think-pair-share:

Bei dieser Methode überlegen die Schülerinnen und Schüler zuerst zu einem Thema für sich, der Lerninhalt wird dann in Partnerarbeit besprochen und zum Schluss einem zweiten Paar präsentiert.

Schnittkreis:

Zuerst notieren die Kinder in Einzelarbeit ihre Ideen zu einem Thema, stellen dann ihrem Partner ihre Ergebnisse vor und halten die gemeinsamen Gedanken schließlich in der Schnittstelle der Kreise fest.

Placemat:

Grundlage dieser Methode ist ein viergeteiltes Arbeitsblatt. Jedes Kind erhält ein Feld und schreibt dort seine Gedanken zu einem festgelegten Thema. Gemeinsame Ideen aller Kinder werden im Anschluss in der Mitte des Arbeitsblattes festgehalten.

Gruppenpuzzle:

Das Gruppenpuzzle eignet sich vor allem dafür, komplexe Themen schülergerecht zu erfassen. Dabei werden die Inhalte aufgespalten und von verschiedenen Gruppen (Expertengruppen) erarbeitet, bevor sich diese in ihren ursprünglichen Gruppen (Stammgruppen) zusammenfinden, um schließlich das Erarbeitete wiederum zu einem Ganzen zusammen zu setzen.

Vier-Ecken-Gespräch:

In jeder Ecke liegt eine vorbereitete Karte mit einer anderen Frage. Diese Fragen sind so gewählt, dass sie die Kinder aus verschiedenen Blickwinkeln an ein Gesamtthema heranführen. Die Schülerinnen und Schüler kommen dadurch in den Ecken miteinander ins Gespräch. Nach einiger Zeit gibt die Lehrerin/der Lehrer ein Zeichen und die Gruppen gehen in die nächste Ecke.

Wechselseitiges Lesen und Zusammenfassen:

Texte werden in Abschnitte eingeteilt. Die Schülerinnen und Schüler lesen ihren jeweiligen Abschnitt und präsentieren ihrer Gruppe den Inhalt. (Stichwort Reziprokes Lesen)

Pair-Check:

Zwei Schülerinnen und Schüler arbeiten an der gleichen Aufgabenstellung, erklären sich ihre Lösungswege, unterstützen einander und verbessern sich.

(vgl. Bochmann/Kirchmann 2006, S. 48ff.)

 

Kooperatives Lernen beinhaltet Unterrichts- und Lernstrategien, die darauf abzielen fachliche, persönliche, soziale und methodische Kompetenzen zu erwerben. Dadurch wird das Lernen von Schülerinnen und Schülern ganzheitlich definiert.

 

Der Lehrplan für die Grundschule fordert, dass die angestrebten Lernprozesse in allen Unterrichtsfächern zusätzlich zum Aufbau von fachlichen Kompetenzen die Entwicklung von grundlegenden methodischen Schlüsselqualifikationen sowie demokratisch orientierten sozialen Kompetenzen fokussieren sollen. (vgl. Bochmann/Kirchmann 2008)

 

Literatur:

      1)  Bochmann/Kirchmann (2006): Kooperatives Lernen in der Grundschule. Zusammen arbeiten – Aktive Kinder lernen mehr. Essen: NDS           Verlag.

       2)   Bochmann/Kirchmann (2008): Kooperativer Unterricht in der Grundschule. Essen: NDS Verlag.

       3)   Green (2005): Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium. Ein Trainingsbuch. Seelze: Kallmeyer Verlag.